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Von Viren, Würmern
und Trojanern E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Von Viren, Würmern und Trojanern 3 Inhalt E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Inhalt Viren – ein Problem? 5 Von Viren, Würmern und Trojanern 7 Hoaxes 23 „Berühmte“ Viren 27 E-Mail 33 Internet 39 Mobiltelefone und Palmtops 47 Viren? – Kein Problem! 55 Interessante Links 59 Glossar 61 Index 69 4 Inhalt 5 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Viren ? ein Problem? Viren ? ein Problem? Computerviren, Datenmissbrauch, Hacker,
Cracker. Schlagwörter, die uns oft begegnen
und jährlich Kosten in Millionenhöhe
verursachen ? so jedenfalls stellen es die Medien dar. Sind Viren & Co.
wirklich so gefährlich, wie
immer behauptet wird? Wenn Sie tatsächlich glauben, die Bedrohung
durch Viren sei eher gering, dann stellen Sie sich
einmal folgende Situation im Büro oder zu Hause
vor: Angenommen, Ihre Antiviren-Software wurde seit einigen Monaten nicht mehr aktualisiert. Nun möchten
Sie doch ein Update durchführen und stellen dabei fest,
dass alle Ihre Excel-Tabellen mit einem neuen Virus
infiziert sind, der willkürlich Zahlen verändert. Natürlich
haben Sie Backups von all Ihren Daten. Aber vielleicht haben
Sie schon seit Monaten Sicherungskopien von infizierten
Dateien erstellt. Wie können Sie nun herausfinden, welche Zahlen
die richtigen sind? Oder es ist ein neuer E-Mail-Virus aufgetreten, und Sie schließen Ihren E-Mail-Gateway, um Ihre Firma vor der zu erwartenden
E-Mail-Flut zu schützen ... und verlieren dadurch einen wichtigen
Kundenauftrag. 6 Viren ? ein Problem? E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Stellen Sie sich weiterhin vor, Sie sitzen zu Hause und schreiben an
Ihrer Diplomarbeit. Sie sind schon fast fertig, als eines Ihrer Kinder ein
neues Spiel auf Ihrem PC installiert und ihn mit einem Virus infiziert.
Der Virus löscht die gesamte Festplatte ... und damit auch Ihre Diplom-
arbeit, an der Sie vielleicht schon seit Monaten gearbeitet haben. Angenommen, ein Bekannter schickt Ihnen per E-Mail einige Dateien, die er im Internet gefunden hat. Ohne jegliche Bedenken
öffnen Sie die Dateien (schließlich vertrauen Sie Ihrem Freund) und
lösen einen Virus aus, der vertrauliche Dokumente an jeden Eintrag aus
Ihrem Adressbuch sendet ... u. a. auch an Ihre Wettbewerber. Stellen Sie sich vor, dass Sie versehentlich ein Dokument an eine andere Firma schicken, das mit einem Virus infiziert ist.
Glauben Sie, dass diese Firma Sie dann immer noch als guten
Geschäftspartner betrachten wird ...? Diese Schreckensszenarien sind nicht etwa frei erfunden, sondern haben bereits irgendwo in der
Welt stattgefunden. In allen Fällen hätten die unange-
nehmen Folgen durch einige kleine, noch nicht einmal
teure Vorsichtsmaßnahmen verhindert werden
können. Mit dem vorliegenden Büchlein möchten wir über mögliche Gefahren aufklären und Ihnen Tipps geben,
wie Sie das Schlimmste verhindern können. Von Viren, Würmern und Trojanern E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren 7 Von Viren, Würmern
und Trojanern Mitte der 80er Jahre stellten
die Brüder Basit und Amjad
Alvi aus Lahore in Pakistan
fest, dass von ihrer Software
zahlreiche Raubkopien
existierten. Nicht gerade
erfreut darüber, schrieben sie
den ersten Computervirus, der eine
Kopie von sich und einen Copyright-Vermerk
auf jede kopierte Diskette legte. Aus diesen Anfängen
heraus hat sich eine eigenständige Szene entwickelt: Viren
verbreiten sich heutzutage innerhalb weniger Stunden über
den gesamten Erdball und sorgen immer öfter für Schlag-
zeilen in den Medien. Viele Menschen sind fasziniert davon,
wie ein einziger Virus zahlreiche Unternehmen lahm legen
kann, jedoch wissen die wenigsten Genaueres über Viren. Im
folgenden Kapitel wird der Virenmythos genauer unter die
Lupe genommen. 8 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Von Viren, Würmern und Trojanern Was ist eigentlich ein
Computervirus?
Bei einem Computervirus handelt es sich um ein Computer-
programm, das sich in Computern und Netzwerken verbreitet,
indem es sich selbst kopiert. Viren können äußerst unangenehme Auswirkungen haben, die
von einer unsinnigen Textmeldung bis hin zum Löschen
sämtlicher Dateien auf Ihrem Computer reichen. Wie kann ein Virus einen Computer
infizieren?
Ein Virus kann einen Computer nur dann
infizieren, wenn der Virencode gestartet wird. Doch aufgepasst! Auch wenn Sie beim Öffnen von verdächtigen Dateien noch so vorsichtig
sind: Viele Viren sind so programmiert, dass sie
unbemerkt ausgelöst werden. So hängen sie
sich beispielsweise an andere Programme an
oder verstecken sich in Codes, die automatisch
ausgeführt werden, sobald bestimmte
Dateitypen geöffnet werden. Eine infizierte Datei kann auf einer Diskette, in einem E-Mail-Attachment oder über das Internet auf Ihren PC
gelangen. In dem Moment, in dem Sie die Datei öffnen, wird
der Virencode ausgeführt. Nun kann sich der Virus in andere
Dateien auf Ihrem Computer kopieren. Genauere Informationen über die Wirkungsweise von unterschiedlichen Virentypen finden Sie in den Abschnitten „Bootsektorviren“ , „Programmviren“ und „Makroviren“ . Von Viren, Würmern und Trojanern E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren 9 Trojanische Pferde Ein Trojanisches Pferd ist ein scheinbar
ungefährliches Programm, in dem sich
allerdings ein gefährliches Virenprogramm
verbirgt, das ohne Wissen des Anwenders
Schaden anrichtet. Ein Trojanisches Pferd verlässt
sich darauf, dass der Anwender
ein angeblich harmloses
Programm ausführt und somit
die versteckten und meist
Schäden verursachenden
Funktionen aufruft. Troj/Zelu beispielsweise tarnt sich als Programm, das die
Folgen des so genannten Y2K-
Problems rückgängig macht; in
Wirklichkeit überschreibt es
jedoch die Festplatte. Trojanische Pferde werden oft genutzt, um Computer mit einem Virus zu infizieren. Schlimmer noch sind so genannte Backdoor- Trojaner. Mit deren Hilfe können andere
Anwender über das Internet die Kontrolle
über Ihren PC übernehmen. Würmer Würmer sind in ihrer Wirkung
den Viren sehr ähnlich,
allerdings benötigen Sie keinen
„Wirt“ (z. B. ein Makro oder
einen Bootsektor) für ihre
Verbreitung, da sie Kopien von
sich selbst erzeugen und die
Kommunikationskanäle
zwischen Computern nutzen,
um sich zu verteilen.
Viele Viren, wie z. B. Kakworm
(VBS/Kakworm) oder der
Loveletter-Virus (VBS/LoveLet-A)
verhalten sich wie Würmer, da
sie sich selbst per E-Mail an
andere Anwender weiterleiten. 10 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Von Viren, Würmern und Trojanern Was können Viren anrichten? Die wichtigste Frage für die meisten Anwender ist,
welche Schäden ein Virus auf ihren PCs anrichtet.
Die häufigsten Auswirkungen von Viren auf PCs
sind: Textmeldungen WM97/Jerk zeigt eine
Textbox mit der Meldung
„I think (Name des
Anwenders) is a big
stupid jerk!“ an. Musik Yankee spielt täglich
um 17.00 Uhr den
Song „Yankee Doodle
Dandy“. Zugriffsverweigerung WM97/NightShade schützt das aktuelle Dokument mit
einem Kennwort am Freitag, dem Dreizehnten. Datenklau Troj/LoveLet-A sendet per E-Mail Daten über den Anwender
und den Rechner an eine Adresse auf den Philippinen. Datenänderung XM/Compatable ändert Daten in Excel-Tabellen. Löschen von Daten Michelangelo überschreibt am 6. März Teile der Festplatte. Lahmlegen von CIH oder Chernobyl (W95/CIH-10xx) versucht Hardware am 26. April, das BIOS zu überschreiben und den
Rechner somit funktionsunfähig zu machen. Von Viren, Würmern und Trojanern E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren 11 Disketten und CDs Disketten können sowohl Viren
im Bootsektor als auch
infizierte Programme und
Dokumente enthalten. Auch auf
CDs können sich infizierte
Objekte befinden. Programme Programme mit
einem Virus infi-
zieren Ihren PC in
dem Moment, in
dem Sie die
Programme
ausführen. Dokumente und
Tabellen Dokumente und Tabellen können
Makroviren enthalten, die andere
Dokumente oder Tabellen
infizieren oder verändern. Internet Programme oder
Dokumente aus dem
Internet sind häufige
Quellen von Viren. E-Mail E-Mails können infizierte Attach-
ments enthalten. Allein durch einen
Doppelklick auf diese
Attachments kann Ihr
PC infiziert werden.
Einige E-Mails können
Virencode enthalten, der ausgeführt
wird, sobald Sie die E-Mail lesen. Wo liegen die Risiken? Dies sind die Hauptangriffspunkte für Viren in Ihrem Unternehmen: 12 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Von Viren, Würmern und Trojanern Mit einigen einfachen Vorsichtsmaßnahmen können Sie
sich vor Viren schützen und im Falle einer Virusinfektion
richtig reagieren. Informieren Sie die Anwender Informieren Sie alle Mitarbeiter und Kollegen in Ihrem
Unternehmen über das Risiko beim Diskettenaustausch, bei
Internet-Downloads und beim Öffnen von E-Mail-Attachments. Installieren Sie Antiviren-Software Antiviren-Programme dienen nicht nur der Virenerkennung,
sondern können oftmals auch Viren entfernen. Bietet die
Software Überprüfungen bei Zugriff, sollten Sie diese
Option auf jeden Fall aktivieren. Eine solche Überprüfung
schützt vor Viren, indem der Zugriff auf infizierte
Dateien verweigert wird. Weitere Informationen dazu
finden Sie im Abschnitt „Antiviren-Software“ . Sichern Sie Ihre Daten Erstellen Sie von allen Daten und der Software, die Sie im
Einsatz haben (auch von den Betriebssystemen), Sicherungs-
kopien. Wird Ihr System mit einem Virus infiziert, können Sie
Ihre Dateien und Programme einfach durch saubere Kopien
ersetzen. So schützen Sie sich vor Viren Genauere Informationen finden Sie im Kapitel „Viren? ? Kein Problem!“ . Von Viren, Würmern und Trojanern E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren 13 Bootsektorviren Bootsektorviren waren die ersten Viren überhaupt. Sie
verändern den Bootsektor, d. h. den Sektor, auf dem sich
das Programm befindet, mit dem Ihr Computer gestartet
wird. Wenn Sie Ihren Rechner einschalten, sucht die
Hardware nach dem Bootprogramm auf dem
Bootsektor und führt es aus. Der Bootsektor
liegt normalerweise auf der Festplatte, kann
sich aber auch auf Diskette oder CD befinden.
Dieses Programm lädt dann den Rest des
Betriebssystems in den Speicher. Ein Bootsektorvirus ersetzt den originalen Bootsektor mit seiner eigenen, veränderten
Version und versteckt den originalen Boot-
sektor meist irgendwo auf der Festplatte.
Wenn Sie Ihren Computer nun das nächste
Mal hochfahren, wird der infizierte Bootsektor
verwendet, und der Virus aktiviert. Ihr PC kann also nur dann infiziert werden, wenn Sie ihn von einem infizierten Speicher-
medium booten, z. B. von einer Diskette mit
einem infizierten Bootsektor. Viele Bootsektorviren sind heutzutage schon ziemlich alt. Bootsektorviren, die für
DOS-Rechner geschrieben wurden, verbreiten
sich im Allgemeinen nicht auf Computern
unter Windows 95, 98, Me, NT und 2000.
Jedoch können sie auch auf diesen Rechnern
Probleme beim Booten verursachen. Form Form ist ein Bootsektorvirus, der
auch zehn Jahre nachdem er das
erste Mal aufgetreten ist, immer
noch weit verbreitet ist. Die
originale Version wird am Acht-
zehnten eines jeden Monats
ausgelöst und erzeugt ein Klicken,
wenn die Tastatur betätigt wird. Parity Boot Ein Virus, der willkürlich die
Meldung „PARITY CHECK “ anzeigt und das Betriebssystem
einfriert. Diese Meldung kann
leicht mit einer echten Fehler-
meldung verwechselt werden, die
erscheint, wenn Fehler im
Speicher aufgetreten sind. 14 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Von Viren, Würmern und Trojanern Programmviren Programmviren, auch Dateiviren genannt, hängen sich an
Programme bzw. ausführbare Dateien an. Wenn Sie ein Programm starten,
das mit einem Programmvirus
infiziert ist, wird zunächst der
Virus ausgeführt. Um sich
weiter im Verborgenen zu
halten, führt der Virus dann das
eigentliche Programm aus. Das Betriebssystem auf Ihrem Computer sieht den Virus als Teil jenes Programms an,
das Sie ausführen wollten, und gibt ihm
dieselben Rechte. Mit diesen Rechten kann
sich der Virus selbst kopieren und im Speicher
installieren oder sich selbst aktivieren. Programmviren gibt es schon seit den frühesten Anfängen der Virengeschichte, und
auch heute noch stellen sie einen Großteil der
heutigen Viren dar. Das Internet hat die
Verbreitungsmöglichkeiten von Programmen
und somit auch von Programmviren verviel-
facht. Jerusalem Löscht am Freitag, dem Dreizehnten,
jedes Programm, das gestartet wird. CIH (Chernobyl) Am 26. Tag bestimmter Monate
überschreibt dieser Virus Teile des
BIOS und macht den Computer
damit unbrauchbar. Der Virus
überschreibt außerdem die Festplatte. Remote Explorer WNT/RemExp (Remote Explorer)
infiziert Windows NT-Programm-
dateien. Er war der erste Virus, der
als Dienst laufen konnte, d. h., er
kann auf NT-Systemen starten, ohne
dass jemand am Netzwerk ange-
meldet sein muss. Von Viren, Würmern und Trojanern E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren 15 Makroviren Makroviren nutzen Befehle, so genannte Makros, aus, die in
Dateien eingebettet sind und automatisch gestartet werden. Makros werden in vielen Anwendungen, wie
z. B. Textverarbeitung und Tabellenkalkulation,
genutzt. Ein Makrovirus ist ein Makroprogramm, das sich selbst kopiert und von Datei zu Datei
verbreitet. Wenn Sie eine Datei öffnen, die
einen Makrovirus enthält, kopiert sich der
Virus in die Startup-Files der Anwendung. Der
Computer ist nun infiziert. Wenn Sie jetzt eine Datei in derselben Anwendung öffnen, wird diese Datei ebenfalls
von dem Virus befallen. Ist Ihr Computer an
ein Netzwerk angeschlossen, kann sich der
Virus noch rascher verbreiten: Beim Weiter-
leiten der infizierten Datei wird der Virus an
den Empfänger übertragen. Ein Makrovirus kann auch Ihre Dokumente oder Einstellungen verändern. Makroviren
infizieren häufig verwendete Dateitypen.
Einige Makroviren können mehrere Datei-
typen, wie Word- oder Excel-Dateien,
infizieren. Sie können sich auch auf jeder
Plattform verbreiten, auf der die „Wirt“-
Anwendung läuft. Die Verbreitung von Makro-
viren ist deshalb so einfach, weil heutzutage
Dokumente per E-Mail und über das Internet
problemlos ausgetauscht werden können. WM/Wazzu Infiziert Word-Dokumente.
Verschiebt zwischen einem und
drei Wörtern und fügt das Wort „ wazzu “ willkürlich ein. OF97/Crown-B Kann Word-, Excel- und
PowerPoint-Dateien infizieren.
Wird ein Word-Dokument
infiziert, wird der Makroschutz in
anderen Office 97-Anwendungen
deaktiviert, so dass auch diese
infiziert werden können. 16 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Von Viren, Würmern und Trojanern Antiviren-Software Antiviren-Software erkennt Viren, verweigert den
Zugriff auf infizierte Dateien und kann häufig auch
Viren entfernen. Nachfolgend werden verschiedene
Software-Typen zum Schutz vor Viren vorgestellt. Scanner Virenscanner erkennen alle Viren, die zum Zeitpunkt der
Herstellung bekannt sind. Die meisten Virenscanner können
Viren auch entfernen. Virenscanner sind die häufigste Form
des Virenschutzes, sie müssen jedoch regelmäßig aktualisiert
werden, damit sie auch die neuesten Viren erkennen. Es gibt Virenscanner, die bei Zugriff (on access), und Virenscanner, die bei Bedarf (on demand) überprüfen. Bei
den meisten Produkten ist beides möglich. Mit Überprüfungen bei Bedarf können Sie bestimmte Dateien oder Laufwerke auch zu bestimmten Terminen
überprüfen. Wenn Überprüfungen bei Zugriff möglich sind, haben Sie einen ständigen
Virenschutz auf Ihrem Rechner. Wenn Sie
eine Datei öffnen möchten, wird diese
Datei zunächst auf Viren durchsucht. Von Viren, Würmern und Trojanern E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren 17 Prüfsummen-Tools Mit Prüfsummen-Tools kann festgestellt
werden, ob eine Datei verändert wurde. Wird
ein Programm oder ein Dokument mit
einem Virus infiziert, zeigt das
Prüfsummen-Tool die Änderung
an. Der Vorteil von Prüfsummen- Tools ist, dass sie praktisch
keinerlei Informationen über Viren
benötigen und auch keine Viren
erkennen brauchen. Daher müssen Prüf-
summen-Tools auch nicht regelmäßig
aktualisiert werden. Der Nachteil von Prüfsummen-Tools ist allerdings, dass sie den Unterschied zwischen
einem Virus und einer normalen Änderung
nicht erkennen können und es dadurch häufig
zu Fehlalarmen kommt. Besonders Doku-
mente bereiten hier oft Probleme, da sie relativ
häufig geändert werden. Hinzu kommt, dass Prüfsummen-Tools erst dann Alarm schlagen, wenn es eigentlich
schon zu spät ist, nämlich wenn die Infektion
bereits erfolgt ist. Sie können den Virus nicht
identifizieren und befallene Dateien auch
nicht säubern. Heuristische
Software
Heuristische Software versucht,
Viren ? sowohl bekannte als auch unbekannte ? mit Hilfe von allgemeinen Virenmustern
zu erkennen. Im Gegensatz zu
Virenscannern gibt es bei
heuristischer Software keine
regelmäßigen Updates über alle
bekannten Viren.
Wenn beispielsweise ein neuer
Virentyp auftritt, kann diese
Software diesen Virentyp nicht
erkennen. Erst wenn sie
aktualisiert oder ersetzt wurde,
ist sie dazu in der Lage.
Auch bei heuristischer
Software sind Fehlalarme
keine Seltenheit. 18 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Von Viren, Würmern und Trojanern 1949 Der Mathematiker John von Neumann stellt
theoretische Überlegungen über die selbständige
Reproduktion von Computerprogrammen an. 50er Bell Labs entwickeln ein experimentelles Spiel, in
dem die Spieler gegenseitig ihre Computer mit
Schäden verursachenden Programmen angreifen. 1975 John Brunner, Autor von Science-Fiction-Romanen,
entwickelt die Idee von einem „Wurm“, der sich in
Netzwerken verbreiten kann. 1984 Fred Cohen führt den Begriff
„Computervirus“ für Programme
mit den entsprechenden Eigen-
schaften ein. 1986 Der erste Computervirus, Brain,
wird angeblich von zwei Brüdern
in Pakistan geschrieben. 1987 Der Wurm Christmas tree legt das
weltweite IBM-Netzwerk lahm. 1988 Der Internet worm verbreitet sich im US-DARPA-
Internet. 1990 Mark Washburn schreibt 1260, den ersten
„polymorphen“ Virus, der sich nach jeder Infektion
verändert („mutiert“). Geschichte der Computerviren Von Viren, Würmern und Trojanern E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren 19 1992 Der Virus Michelangelo sorgt weltweit für Panik,
obwohl nur wenige Computer infiziert werden. 1994 Good Times, der erste richtige
Virenhoax, erscheint. 1995 Der erste Makrovirus, Concept,
erscheint. Im selben Jahr
programmieren australische
Virenschreiber den ersten
Virus speziell für Windows 95. 1998 CIH oder Chernobyl ist der
erste Virus, der Computer-
Hardware beschädigt. 1999 Melissa, ein Virus der sich selbst per E-Mail
weiterleitet, wird auf der ganzen Welt verbreitet.
Bubbleboy, der erste Virus, der einen Computer
allein durch das Lesen einer E-Mail infiziert,
erscheint. 2000 Der Loveletter-Virus ist der bisher „erfolgreichste“
Virus. Im selben Jahr tritt der erste Virus für das
Palm-Betriebssystem auf, allerdings werden keine
Anwender infiziert. 20 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Von Viren, Würmern und Trojanern Viren können zwar Daten verändern oder gar löschen, sie können
einem Unternehmen aber auch noch in anderer, nicht sofort
sichtbarer Weise schaden. Jedem ist bekannt, dass Viren sämtliche Daten auf der Festplatte löschen
oder Dokumente verändern können. Dies ist natürlich sehr ernst zu
nehmen, jedoch lassen sich zerstörte Daten jederzeit
durch Backups ersetzen. Viren können aber auch
weitaus schlimmere Auswirkungen haben, die
nicht immer sofort sichtbar sind. So hemmen Viren den normalen Arbeitsablauf, wenn in Unternehmen ganze Netzwerke
heruntergefahren werden müssen. Als Folge
gehen wertvolle Arbeitszeit und damit Umsätze und
Profit verloren. Manche Viren blockieren die Kommunikationskanäle in Unter- nehmen. So verbreiten sich Melissa oder ExploreZip über E-Mail und
können derart viele E-Mails erzeugen, dass Server sogar abstürzen. Auch
wenn ein Server der E-Mail-Flut gewachsen ist, fahren viele Unternehmen
ihre E-Mail-Server aus reiner Vorsicht herunter. Ebenso besteht eine Gefahr für vertrauliche Informationen. Melissa kann Dokumente, die vertrauliche Informationen enthalten, an jeden Eintrag in
Ihrem Adressbuch weiterleiten. Den wahrscheinlich größten Schaden durch Viren kann Ihre Glaub- würdigkeit nehmen. Wenn z. B. einem großen Kunden ein infiziertes
Dokument geschickt wird, sieht er Sie womöglich nicht mehr als vertrau-
enswürdigen Geschäftspartner an oder verlangt Schadenersatz von Ihnen.
Durch manche Viren können Sie auch in recht peinliche Situationen
geraten und so Ihren guten Ruf riskieren. WM/Polypost z. B. legt Kopien
Ihrer Dokumente in Ihrem Namen bei der Usenet-Newsgroup alt.sex ab. Viren ? ganz schön teuer Von Viren, Würmern und Trojanern E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren 21 Wenn Ihr Computer von einem Virus befallen wurde,
werden Sie sich sicher fragen, wer eigentlich die Schöpfer
solcher gemeinen Programme sind. Auf den ersten Blick scheint es keinen großen Anreiz für das
Schreiben von Viren zu geben. Virenprogrammierer
haben keine finanziellen Vorteile oder
besseren Karrierechancen, noch erlangen
sie wirklichen Ruhm. Im Gegensatz zu
Hackern haben Virenprogrammierer keine
gezielten Opfer, da sich Viren unkontrolliert
verbreiten. Vielleicht hilft es zum besseren Verständnis, wenn man das Virenschreiben mit Vergehen wie
dem Anbringen von Graffiti oder Vandalismus
vergleicht. Der durchschnittliche Virenprogrammierer ist jünger als 25 Jahre und Single. Sein Selbstbewusstsein
stützt sich sehr stark auf die Bestätigung durch die
Clique. Mit dem Programmieren von Viren versuchen
solche Leute, sich innerhalb der Gruppe Anerkennung zu
verschaffen. Durch Viren bekommen Virenschreiber im Cyberspace den Erfolg, den sie in der wirklichen Welt vielleicht nie gehabt
haben. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Virenschreiber
sich häufig Namen geben, die durch Heavy-Metal-Musik oder
Fantasy-Romane inspiriert wurden, da diese auf ähnlichen
Vorstellungen von Tapferkeit und Stärke basieren. Wer schreibt eigentlich Viren? 22 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Von Viren, Würmern und Trojanern Sind Viren immer schädlich? Es gibt viele „harmlose“ Viren oder auch Viren,
die sich einfach einen Spaß mit dem Anwender
erlauben und sonst keinen weiteren Schaden
anrichten. Wieder andere weisen auf Sicher-
heitslücken von Software hin. Manche Leute
argumentieren sogar, dass Viren nützlich sein
können, z. B. um Fehler in Programmen
möglichst schnell zu beheben. Allerdings hat
sich diese Vorstellung von „harmlosen“ Viren
nicht unbedingt bestätigt. Immerhin nehmen Viren Veränderungen auf den Computern anderer Anwender ohne deren
Wissen bzw. Einwilligung vor. Vom ethischen
Standpunkt her ist dies unvertretbar ? und deshalb in vielen Ländern auch illegal ? ganz egal, ob die Absichten gut oder schlecht waren.
Niemand sollte sich am Computer eines
anderen zu schaffen machen! Viren verhalten sich auch nicht immer so, wie der Virenprogrammierer es geplant hat. Wenn
ein Virus schlecht programmiert ist, kann er
unvorhergesehene Probleme verursachen. Auch
wenn sich ein Virus auf der Plattform, für die er
geschrieben wurde, harmlos verhält, kann er auf
anderen Plattformen oder Systemen, die später
entwickelt werden, durchaus Schaden
verursachen. Proof of Concept Manchmal werden Viren nur
deshalb geschrieben, um zu
beweisen, dass ein neuer Viren-
typ technisch möglich ist. Diese
Viren bezeichnet man als Proof-
of-Concept-Viren. Sie haben
normalerweise keine Auswir-
kungen und sollten nicht auf die
Computer anderer Anwender
übertragen werden. Forschung? Virenprogrammierer behaupten
gerne, dass sie eigentlich nur
Forschung betreiben. Jedoch sind
Viren häufig ziemlich schlecht
geschrieben und werden will-
kürlich an Anwender übertragen.
Es gibt keine Möglichkeit, die
Ergebnisse zu sammeln und
auszuwerten. Ob dies als
Forschung zu bezeichnen ist,
bleibt dahingestellt. Für die meisten von uns sind Viren nur dazu da, um Schaden anzurichten.
Trifft dies aber wirklich immer zu? 23 Hoaxes E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Hoaxes Wurden Sie schon einmal vor Viren namens
„Good Times“, „Budweiser Frogs“ oder
„Zlatko“, gewarnt? Dann gehören auch Sie
zu den Opfern von Hoaxes.
Virenhoaxes werden meist
per E-Mail verschickt und
sind inzwischen sehr weit
verbreitet. Sie können sich
für ein Unternehmen als
genauso kostspielig und
zeitaufwendig erweisen
wie ein echter Virus. 24 Hoaxes E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Was sind Hoaxes? Ein Hoax ist eine Meldung über einen angeblichen Virus,
der in Wirklichkeit jedoch gar nicht existiert. Hoaxes
werden normalerweise per E-Mail verbreitet und haben
die folgenden typischen Merkmale: s Hoaxes warnen vor einem neuen, extrem zerstörerischen Virus, der von Antiviren-Software
nicht erkannt wird. s Sie fordern dazu auf, keine E-Mails mit einer bestimmten Betreffzeile zu lesen, z. B. „Join the
Crew“ oder „Budweiser Frogs“. s Hoaxes geben an, dass diese Warnung von einem der großen Software-Unternehmen,
einem Internet-Provider oder einer
Regierungsbehörde autorisiert wurde, z. B. IBM,
Microsoft, AOL oder FCC. s In Hoaxes wird behauptet, dass ein neuer Virus Schäden verursacht, die relativ unwahr-
scheinlich sind. So will z. B. „A Moment of
Silence“ weismachen, dass ein neuer Computer
auch dann infiziert bleibt, wenn sämtliche
Programme ausgetauscht werden. s Hoaxes verwenden eine extrem hochgestochene technische Sprache. „Good Times“ beispiels-
weise droht, dass der Virus den PC-Prozessor
„in einen endlichen Binärring mit unendlicher
Komplexität“ bringt. s Hoaxes fordern dazu auf, die Warnung an andere Anwender weiterzuleiten. Der Hoax, der
keiner war
Am 1. April 2000 kam eine
E-Mail namens „Rush-Killer
virus alert“ in Umlauf. Diese
E-Mail warnte vor Viren, die
über das Modem die Nummer
911 (Notruf-Nummer in den
USA) wählen und den
Empfänger auffordern, die
Warnung weiterzuleiten. Die
E-Mail wies alle Merkmale
eines Hoax auf. Allerdings
handelte es sich hierbei um
einen echten Virus. Es war
einer der BAT/911-Viren, die
sich über Windows-Freigaben
verbreiten und die 911 wählen.
Es ist schwierig, einen Hoax
von einer wirklichen Warnung
zu unterscheiden, deshalb
sollten Sie den Abschnitt „Was tun mit Hoaxes?“ am Ende dieses Kapitels lesen. 25 Hoaxes E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Warum sind Hoaxes so gefährlich? Hoaxes können genauso störend und
kostenintensiv sein wie echte Viren. Wenn Anwender eine Hoax-Warnung an sämtliche
Freunde und Kollegen weiterleiten, kommt es zu
einer regelrechten Flut von E-Mails.
E-Mail-Server werden überlastet und
stürzen im schlimmsten Fall ab. Dies
hat dann denselben Effekt, den auch
der Loveletter-Virus hervorgerufen hat,
allerdings muss der Verfasser eines Hoax
dazu noch nicht einmal einen Viren-Code
schreiben.
Es sind aber nicht nur die End-User, die gerne
überreagieren. Auch Unternehmen, die einen Hoax
erhalten, greifen zu drastischen Maßnahmen und
fahren beispielsweise ihre E-Mail-Server oder ihr
Netzwerk herunter. Dadurch wird die Kommu-
nikation teilweise stärker gelähmt als durch echte
Viren, da so der Zugang zu E-Mails verwehrt wird,
die für ein Unternehmen wirklich wichtig sein
könnten.
Diese falschen Warnungen lenken die Aufmerk-
samkeit überdies von wirklichen
Virenbedrohungen ab.
Es ist im Übrigen erstaunlich, wie hartnäckig
Hoaxes sein können. Da Hoaxes keine Viren sind,
werden sie auch von keiner Antiviren-Software
erkannt bzw. gestoppt. Was kam zuerst? Ein Hoax kann auch erst die
Idee für einen neuen Virus
liefern, oder ein Virus gibt den
Anstoß für einen Hoax.
Nachdem der Hoax „Good
Times“ für Schlagzeilen gesorgt
hatte, warteten einige Viren-
schreiber ab, bis dieser als
Hoax entlarvt war, und
schrieben dann einen echten
Virus mit demselben Namen
(von Antiviren-Software-
Herstellern GT-Spoof genannt). 26 Hoaxes E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Was tun mit Hoaxes? Wie auch bei Viren oder Kettenbriefen, hängt die
Wirksamkeit von Hoaxes von ihrer Verbreitung ab.
Wenn Sie die Anwender davon überzeugen können,
diese Kette zu durchbrechen, kann der Schaden
erheblich vermindert werden. Unternehmensrichtlinie für Virenwarnungen Mit Hilfe einer Unternehmensrichtlinie über Viren-
warnungen können Sie diesem Problem begegnen.
Hier ein Beispiel: „Leiten Sie jegliche Virenwarnungen an
keinen weiter außer an den Antiviren-Verantwortlichen. Es
ist völlig egal, ob die Virenwarnungen von einem Hersteller
für Antiviren-Produkte oder Ihrem besten Freund
kommen oder ob sie von einem großen Computer-
unternehmen autorisiert wurden. Alle Virenwarnungen
sollten nur an <Name des Verantwortlichen> geschickt
werden. Es ist dessen Aufgabe, Virenwarnungen zu
versenden. Virenwarnungen aus jeder anderen Quelle
werden ignoriert.“ Solange die Anwender diese Richtlinie
befolgen, wird es keine Flut von E-Mails geben, da einzig
der Antiviren-Verantwortliche entscheidet, ob wirklich
Gefahr besteht. Info über Hoaxes Auf dieser Website finden Sie ausführliche Informationen
über Hoaxes: www.sophos.com/virusinfo/hoaxes 27 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren „Berühmte“ Viren „Berühmte“ Viren Einige Viren sind auf Grund
ihrer weiten und ausdauernden
Verbreitung zu großem ? wenn auch zweifelhaftem ? Ruhm gelangt. Im Folgenden stellen
wir die bisher bekanntesten
Viren vor. 28 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren „Berühmte“ Viren Loveletter (VBS/LoveLet-A) Der Loveletter-Virus ist der bisher
bekannteste Virus. Er tarnt sich als
Liebesbrief und verlässt sich auf
die Neugierde der meisten
Anwender. So konnte er sich
problemlos innerhalb weniger
Stunden weltweit verbreiten. Aufgetreten: Mai 2000 Ursprung: Philippinen Alias: Lovebug Typ: Visual-Basic-Script-
Wurm Auslöser: Erstinfektion Auswirkungen: Die originale Version schickt
eine E-Mail mit der Betreffzeile
„I LOVE YOU“ und dem Text
„kindly check the attached love
letter coming from me“. Beim
Öffnen des Attachments wird der
Virus ausgeführt. Wenn Microsoft
Outlook auf dem Rechner
installiert ist, versucht der Virus,
sich an sämtliche Adressen im
Outlook-Adressbuch weiterzu-
leiten. Der Virus kann sich auch
an Newsgroups-User weiterleiten,
Benutzerdaten stehlen und
bestimmte Dateien überschreiben. Form Seit acht Jahren ist der Virus „ Form “ in den Top Ten der Viren vertreten,
und auch heute noch ist er weit
verbreitet. Unter DOS und den frühen
Windows-Versionen verhält sich
der Virus eher unauffällig, so dass
er sich problemlos verbreiten konnte. Aufgetreten : 1991 Ursprung : Schweiz Typ: Bootsektorvirus Auslöser: Am Achtzehnten
eines jeden Monats Auswirkungen: Erzeugt einen
Klickton, beim
Drücken jeder
Taste. Computer
unter Windows NT
können nicht
mehr einwandfrei
booten. 29 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren „Berühmte“ Viren Kakworm (VBS/Kakworm) Durch Kakworm können Benutzer ihre PCs bereits
beim Lesen einer E-Mail mit einem Virus
infizieren. Aufgetreten: 1999 Typ: Visual-Basic-
Script-Wurm Auslöser: Während der
Erstinfektion (für
die meisten Effekte)
oder am Ersten eines
jeden Monats (beim
Herunterfahren von Windows) Auswirkungen: Der Wurm verbreitet sich mit
Hilfe einer E-Mail-Nachricht.
Wenn Sie Outlook oder Outlook
Express mit dem Internet
Explorer 5 verwenden, kann der
Rechner bereits infiziert werden,
wenn die E-Mail gelesen oder
über „Ansicht“ geöffnet wird. Der
Virus verändert die Einstellungen
von Outlook Express so, dass
sämtliche ausgehenden E-Mails
den Virencode automatisch über-
nehmen. Am Ersten eines jeden
Monats um 17.00 Uhr erscheint
die Meldung „Kagou-Anti
_Kro$oft says not today“,
und Windows wird geschlossen. Anticmos Anticmos ist ein typischer Boot- sektorvirus. Mitte der 90er Jahre war er sehr weit verbreitet und regel-
mäßig unter den Top-Ten-Viren vertreten. Aufgetreten: Januar 1994 Ursprung: Erstmals in
Hongkong
aufgetreten,
der Ursprung
wird jedoch in
China vermutet. Typ: Bootsektorvirus Auslöser : Willkürlich Auswirkungen: Versucht, Infor-
mationen über
die Typenbe-
zeichnung der
installierten
Disketten- und
Festplattenlauf-
werke zu löschen. 30 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren „Berühmte“ Viren Melissa (WM97/Melissa) Melissa verbreitet sich mit Hilfe psycho-
logischer Tricks. Der Virus versendet sich
in einer E-Mail, die angeblich von einem
Bekannten stammt und ein Dokument
enthält, das für den Empfänger von
Interesse zu sein scheint. Auf diese Weise konnte
sich Melissa innerhalb eines einzigen Tages auf
der ganzen Welt verbreiten. Aufgetreten: März 1999 Ursprung: Ein 31-jähriger Programmierer
aus den USA legte ein infiziertes
Dokument bei einer alt.sex-
Usenet-Newsgroup ab. Typ: Word 97-Makrovirus, auch
Word-2000-fähig. Auslöser: Erstinfektion Auswirkungen: Schickt eine Nachricht an die
ersten fünfzig Einträge in allen
Adressbüchern, auf die Microsoft
Outlook zugreifen kann, und
verwendet den Namen des
jeweiligen Anwenders in der
Betreffzeile. Die E-Mail enthält
ein Attachment mit einer Kopie
des infizierten Dokuments.
Sind Tag und Minute beim
Öffnen des Dokuments gleich
(z. B. 10:05 Uhr am 5. Mai), fügt
der Virus Text über das Spiel
Scrabble in das Dokument ein. New Zealand New Zealand war einer der
häufigsten Viren in den frühen
90er Jahren. Aufgetreten: Ende der 80er
Jahre Ursprung: Neuseeleand Alias: Stoned Typ: Bootsektorvirus Auslöser: Bei einem von
acht Bootversuchen
von Diskette Auswirkungen: Gibt die Meldung
„Your PC is now
Stoned!“. Legt eine
Kopie des originalen
Bootsektors in den
letzten Sektor des
Rootverzeichnisses
einer 360 KB
großen Festplatte.
Größere Platten
können dadurch
beschädigt werden. 31 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren „Berühmte“ Viren Concept (WM/Concept) Der Erfolg von Concept war vorgezeichnet,
denn er wurde versehentlich mit offizieller
Microsoft-Software geliefert. Er war der erste
Makrovirus „in the wild“ und einer der
häufigsten Viren zwischen
1996 und 1998. Der Virus
übernimmt die Kontrolle mit
Hilfe des Makros AutoOpen,
das Word automatisch
ausführt, und infiziert den
Computer mit dem Makro
FileSave, das ausgeführt wird,
wenn Word ein Dokument
speichert. Es gibt zahlreiche Varianten. Aufgetreten: August 1995 Typ: Makrovirus Auslöser: Keiner Auswirkungen: Wenn Sie ein infiziertes
Dokument öffnen, erscheint
eine Textmeldung mit dem
Titel „Microsoft Word“ und
dem Text „1“. Der Virus enthält
auch den Text „That’s enough
to prove my point“, allerdings
wird dieser nicht angezeigt. CIH (Chernobyl) (W95/CIH-10xx) CIH war der erste Virus, der die
Hardware eines Computers
beschädigen konnte. Er überschreibt
das BIOS, so dass der Computer
nicht benutzt werden kann, bis der
BIOS-Chip ausgetauscht ist. Aufgetreten: Juni 1998 Ursprung: Geschrieben von
Chen Ing-Hau aus
Taiwan Typ: Programmvirus,
der auf Computern
unter Windows 95
läuft Auslöser: 26. April, jedoch
gibt es Varianten,
die am 26. Juni
oder am 26. eines
jeden Monats
ausgelöst werden. Auswirkungen: Überschreibt das
BIOS und dann
die Festplatte. 32 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren „Berühmte“ Viren Parity Boot Parity Boot nistet sich auf den
Bootsektoren von Disketten ein. Der
„Erfolg“ von Parity Boot zeigt, dass
Bootsektorviren, die in den 80er und
frühen 90er Jahren am weitesten
verbreitet waren, heutzutage immer
noch aktuell sind. Noch im Jahre 1998
war Parity Boot unter den häufigsten
Viren vertreten, besonders in Deutsch-
land, wo er sich 1994 über eine
Beilage-CD in einem Magazin
verbreitet hat. Aufgetreten: März 1993 Ursprung: Vermutlich
Deutschland Typ: Bootsektorvirus Auslöser: Willkürlich Auswirkungen: Zeigt die Meldung
„PARITY CHECK“ an
und friert den
Computer ein. Dies
täuscht einen echten
Fehler im Speicher
vor. Die Anwender
glauben so, dass ein
Problem im Arbeits-
speicher vorliegt. Happy99 W32/Ska-Happy99 Happy99 war der erste bekannte Virus, der
sich selbst relativ schnell per E-Mail
verbreitet hat. Aufgetreten: Januar 1999 Ursprung: Ein französischer
Virenschreiber namens
„Spanska“ legte den Virus
bei einer Newsgroup ab. Typ: Programmvirus, der auf
Rechnern unter Windows
95/98/Me/NT/2000 läuft Auslöser: Keiner Auswirkungen: Erzeugt ein Feuerwerk auf
dem Bildschirm mit der
Meldung „Happy New Year
1999“. Der Virus verändert
die Datei wsock32.dll im
Windows-Systemverzeichnis,
so dass immer dann, wenn
eine E-Mail verschickt wird,
eine zweite E-Mail mit dem
Virus an denselben
Empfänger versandt wird. E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren 33 E-Mail E-Mail Die im Moment wohl bekanntesten Viren sind der
Loveletter-Virus und Melissa. Beide Viren konnten
deshalb zu einem so hohen Bekanntheits-
grad gelangen, weil sie sich per
E-Mail auf der ganzen Welt
verbreitet haben. E-Mails
haben sich inzwischen zum
größten Übertragungsmedium
von Viren entwickelt. Solange
Viren lediglich auf Disketten
übertragen wurden, haben sie
sich nur sehr langsam verbreitet. Unternehmen hatten
die Möglichkeit, Disketten zu verbieten oder jede
Diskette auf Viren zu überprüfen. Mit dem zunehmenden
E-Mail-Verkehr ist das anders geworden. Dateien
werden heutzutage so schnell ausgetauscht, dass Ihr PC
mit einem einzigen Mausklick infiziert werden kann.
So können sich auch herkömmliche Viren schneller
verbreiten, und neue Viren können die Arbeitsweise von
E-Mail-Programmen geschickt ausnutzen. E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren 34 E-Mail Gefahr beim E-Mail-Lesen? Viele Anwender glauben, dass sie auf der sicheren Seite sind, solange sie ihre
E-Mails öffnen, ohne die Attachments darin zu starten. Seit einiger Zeit ist
diese Annahme jedoch falsch. Viren wie Kakworm und Bubbleboy
infizieren den PC bereits beim
bloßen Lesen dieser E-Mails. Diese
E-Mail-Viren sehen aus wie jede
andere Nachricht, allerdings
enthalten sie ein verborgenes Skript, das
ausgeführt wird, sobald die E-Mail geöffnet
oder auch nur im Ansichtfenster angesehen
wird (wenn Sie Outlook mit der entsprechenden
Version des Internet Explorers verwenden).
Durch dieses Skript werden Ihre Systemein-
stellungen geändert, und der Virus wird per
E-Mail an andere Anwender versendet. Microsoft hat inzwischen ein Patch zur Verfügung gestellt, das diese Sicherheitslücke
schließt. Es kann unter www.microsoft.com/ technet/security/bulletin/ms99-032.asp heruntergeladen werden. E-Mail-Hoaxes E-Mails sind auch ein sehr
beliebtes Medium für Hoaxes.
Hoaxes sind Falschmeldungen
über neue Viren, in denen der
Empfänger aufgefordert wird, die
Nachricht an so viele Leute wie
möglich weiterzuleiten. Ein Hoax kann sich innerhalb eines Netzwerks genauso aus-
breiten wie ein richtiger Virus und
somit eine regelrechte E-Mail-Flut
auslösen. Im Unterschied zu
einem Virus muss für einen Hoax
noch nicht einmal ein Virencode
programmiert werden; der Erfolg
liegt einzig und allein in der
Leichtgläubigkeit der Anwender.
Weitere Informationen dazu
finden Sie im Kapitel „Hoaxes“ . E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren 35 E-Mail Viren, die sich selbst per
E-Mail versenden
Die heutzutage „erfolgreichsten“ Viren verbreiten sich auto-
matisch per E-Mail. Diese Art von Viren verlässt sich darauf,
dass der Anwender auf das
angehängte Dokument in
der E-Mail klickt.
Dadurch wird ein Skript
ausgeführt, das mit
Hilfe des E-Mail-
Programms infizierte
Dokumente an andere
Anwender weiterleitet.
Melissa beispielsweise schickt eine Nachricht
an die ersten fünfzig Einträge im Adressbuch,
auf das Microsoft Outlook zugreift. Andere
Viren wiederum senden sich selbst an alle
Einträge im Adressbuch. Was ist Spam? Als Spam-Mail werden E-Mails
bezeichnet, die einem Empfänger
unaufgefordert zugeschickt
werden. Meist handeln sie von
schnellen Verdienstmöglichkeiten,
Kreditangeboten oder porno-
graphischen Webseiten. Diese
E-Mails haben häufig einen
gefälschten Absender, so dass es
schwierig ist, den Urheber
ausfindig zu machen. Solche
E-Mails sollten einfach gelöscht
werden. E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren 36 E-Mail Gefährliche Attachments Das im Moment wohl größte Risiko für Ihren
PC, von einem Virus infiziert zu werden, stellen
nicht E-Mails an sich, sondern E-Mail-
Attachments dar. Alle Programme, Dokumente oder Tabellen, die
Sie per E-Mail erhalten, sind potentielle Über-
träger von Viren. Mit einem einzigen Mausklick
auf ein infiziertes Attachment wird Ihr Computer
infiziert. E-Mails sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden, und viele Anwender tauschen
auf diesem Weg Bildschirmschoner, Grußkarten,
Animationen oder witzige Programme aus. Dass
diese Attachments Virenüberträger sein können,
wird dabei meistens vergessen. Auch Attachments mit anscheinend sicheren Dateitypen, wie Dateien mit der Erweiterung .txt,
können gefährlich sein. Solche „Text-Dateien“
können genausogut ein Schäden verursachendes
VBS-Skript sein, das seine wirkliche Datei-
erweiterung (.vbs) einfach nur verbirgt. Der Wurm VBS/Monopoly ist ein Beispiel für ein Schäden verursachendes Programm, das sich als
Spaß-Programm tarnt. Es verkleidet sich als
„Bill-Gates-Joke“ und zeigt ein Monopoly-Spiel
mit Microsoft-Bildern an. Allerdings versendet
sich das Programm per E-Mail an weitere
Anwender und leitet Informationen über Ihr
System an bestimmte E-Mail-Adressen weiter. Die
Vertraulichkeit von Daten ist somit stark gefährdet. E-Mails mitlesen
und verändern
Eine E-Mail kann nur während
der Übertragung heimlich
gelesen werden. Mit Hilfe von
E-Mail-Verschlüsselungen
können Sie sich davor schützen. E-Mails können auch unbe- merkt verändert werden, indem
z. B. ein gefälschter Absender
angegeben oder der Inhalt der
E-Mail geändert wird. Digitale
Signaturen bieten Schutz vor
solchen Änderungen. E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren 37 E-Mail So schützen Sie sich vor
E-Mail-Viren
Richtlinien zum Umgang mit E-Mail-Attachments Mit ein paar einfachen Verhaltensmaßnahmen können Sie sich
vor E-Mail-Viren schützen. Öffnen Sie keine Attachments, selbst
wenn sie von Ihrem besten Freund kommen. Lassen Sie sich
auch nicht dadurch verleiten, dass Ihnen ein „harmloser
Scherz“ versprochen wird. Wenn Sie nicht absolut sicher sind,
dass ein Attachment virenfrei ist, sollten Sie zunächst immer
davon ausgehen, dass es infiziert ist. Eine Unternehmensrichtlinie
kann regeln, dass alle Attachments freigegeben und mit Antiviren-
Software überprüft werden müssen, bevor sie ausgeführt werden. Deaktivieren Sie Windows Scripting Host Windows Scripting Host (WSH) automatisiert bestimmte Vorgänge,
z. B. das Ausführen von VBS- oder Java-Skripts. Allerdings gibt WSH
auch Viren, wie dem Loveletter-Virus, die Möglichkeit, sich zu
verbreiten. Möglicherweise kommen Sie ohne WSH aus (fragen Sie
dazu bitte Ihren Netzwerkadministrator). Unter www.sophos.com/ support/faqs/wsh.html finden Sie Hinweise zum Deaktivieren von WSH. Beachten Sie, dass jedes Mal, wenn Sie Windows oder den
Internet Explorer mit einer neueren Version aktualisieren, WSH
erneut aktiviert wird. Setzen Sie Antiviren-Software ein Setzen Sie auf allen Desktops und an allen E-Mail-Gateways
Antiviren-Software ein, die über eine Option zur Überprüfung bei
Zugriff (On-Access-Scan) verfügt. Damit sind Sie vor E-Mail-Viren
bestens geschützt. 38 39 Internet E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Internet Durch das Internet wird eine stetig
wachsende Menge an Informationen
für mehr und mehr Anwender zu-
gänglich. Trotz der vielen Vorteile, die
das Internet bietet, sollte man auch die
Nachteile nicht unterschätzen. Denn
mit Hilfe des Internets können auch
Viren viel einfacher und immer
schneller auf Computer zu Hause oder in Unternehmen gelangen. 40 Internet E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Virus per Mausklick? Durch das Internet ist die Gefahr, dass Ihr Computer mit einem Virus
infiziert wird, extrem gewachsen. Vor ungefähr zehn Jahren wurden die meisten Viren über Disketten
verbreitet. Die Verteilung ging daher ziemlich langsam vonstatten
und hing hauptsächlich von den Anwendern ab, die die
neuen Programme überhaupt erst einmal ausführen
mussten. Waren die Auswirkungen des Virus
zu offensichtlich, dann sank auch die Wahr-
scheinlichkeit einer Infektion. Durch das
Internet, das von immer mehr Menschen ver-
wendet wird, hat sich in dieser Hinsicht jedoch
vieles geändert. Über das Internet kann Software relativ einfach ausgetauscht werden. Mit einem Mausklick hängt man
ein Programm an eine E-Mail an, und ebenfalls mit nur
einem Mausklick kann der Empfänger das Programm
starten. Programme können auch auf Websites abgelegt
werden, von wo aus sie jeder herunterladen kann.
Programmviren, die Programme befallen, können sich so
im Internet optimal verbreiten. Makroviren, die Dokumente befallen, profitieren ebenfalls vom regen Informationsaustausch über das
Internet. Egal, ob ein Dokument per E-Mail verschickt oder
aus dem Internet heruntergeladen wurde: Ein einziger Mausklick auf die
Datei reicht aus, um Ihren Computer zu infizieren. Wenn Sie das Internet häufig nutzen, sollten Sie Dokumente mit einem Viewer anschauen, der Makros ignoriert, und auf keinen Fall Programme
starten, die nicht von einer vertrauenswürdigen Quelle stammen. 41 Internet E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Risiko Website? Eine Website nur anzusehen ist weit
weniger gefährlich, als unbekannte
Programme oder Dokumente zu starten.
Die Gefahr, die von Websites ausgeht, hängt
davon ab, welcher Code auf der Website
verwendet wird und welche Sicherheits-
standards der Service-Provider und auch
Sie selbst einsetzen. Im folgenden werden
die häufigsten Codes auf Websites kurz
erläutert. HTML Websites werden in HTML (Hypertext Markup
Language) geschrieben. Mit dieser Sprache
können Web-Designer Text formatieren und
Links zu Grafiken und anderen Websites
erstellen. In HTML-Code selbst können sich
keine Viren verbergen, allerdings können
Websites Codes enthalten, die automatisch
Anwendungen ausführen oder Dokumente
öffnen. Dann besteht die Gefahr, dass ein
infiziertes Objekt unbemerkt ausgeführt wird. ActiveX ActiveX ist eine Microsoft-
Technologie für Web-Designer,
die mit Computern unter
Windows arbeiten. ActiveX-Applets werden für visuelle Effekte auf Websites
verwendet und haben vollen
Zugriff auf die Ressourcen
Ihres Computers. Somit stellen
sie eine reelle Gefahr dar.
Digitale Signaturen, die
beweisen, dass ein Applet
authentisch ist und nicht
manipuliert wurde, bieten hier
einen gewissen Grad an
Sicherheit. 42 Internet E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Noch mehr Codes Java Viele Anwender sind übertrieben
vorsichtig bei Java-Viren aus dem
Internet. Allerdings verwechseln die
meisten dabei Java-Applets, mit denen
auf Webseiten spezielle Effekte
erzeugt werden können, mit
Java-Anwendungen und
JavaScripts. Applets sind in der Regel sicher. Sie werden vom
Browser in einer sicheren
Umgebung, der so genannten
„Sandbox“, ausgeführt. Auch wenn ein
Applet durch eine Sicherheitslücke
gelangen sollte, kann sich ein Schäden
verursachendes Applet nicht so
einfach verbreiten. Applets werden
normalerweise von einem Server auf
den Computer des Anwenders kopiert,
und nicht von Anwender zu Anwender.
Hinzu kommt, dass Applets nicht auf
der Festplatte gespeichert werden
(abgesehen vom Webcache). Bei den meisten bösartigen Applets handelt es sich um Trojaner, d. h.
Schäden verursachende Programme,
die sich als legale Software tarnen. Java-Anwendungen sind einfache, in Java geschriebene Programme. Wie
jedes andere Programm auch, können
sie natürlich Viren enthalten. Daher
sollten Sie mit derselben Vorsicht
behandelt werden wie alle anderen
Programme auch. JavaScript ist ein aktives Skript, das in HTML-Code auf Websites
eingebettet ist. Wie andere Skripts
auch, kann es bestimmte Vorgänge
automatisch ausführen, was ein
gewisses Gefahrenpotential darstellt. Sie können aktive Skripts
jedoch auch deaktivieren (im Abschnitt „Sicherheit im Internet“ am Ende dieses Kapitels finden Sie dazu nähere
Informationen). VBS-Skript Je nach dem verwendeten Webbrowser
kann VBS (Visual Basic Script)
starten, sobald eine Webseite geöffnet
wird. Eine Eingabe des Anwenders ist
dabei nicht erforderlich. VBS-Skript wird z. B. von den E-Mail-Würmern Kakworm und
Bubbleboy ausgenutzt und kann auch
von Webseiten aus gestartet werden. 43 Internet E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Backdoor-Trojaner Ein Backdoor-Trojaner ist ein Programm,
mit dem man via Internet
den PC eines anderen
Anwenders kontrollieren
kann. Wie alle normalen Trojaner
tarnt sich ein Backdoor-
Trojaner als legale oder
zumindest interessante
Software. Wird das
Programm gestartet
(normalerweise auf einem
Windows-95- oder -98-PC),
fügt sich das Programm zur Startroutine des
PCs hinzu. Der Trojaner überwacht den
Rechner so lange, bis eine Verbindung zum
Internet aufgebaut ist. Ist der PC online, kann
der Sender des Trojaners mit Hilfe von
spezieller Software auf dem infizierten
Computer Programme öffnen und schließen,
Dateien verändern und auch Druckaufträge an
den Drucker senden. Zwei der bekanntesten
Backdoor-Trojaner sind Subseven und
BackOrifice. Sind Cookies ein
Risiko?
Cookies stellen keine direkte
Bedrohung für Ihren Computer
oder Ihre Daten dar. Allerdings
gefährden sie Ihre Privatsphäre:
Mit Hilfe von Cookies kann eine
Webseite Ihre Daten speichern
und registrieren, wie oft Sie die
Webseite besuchen. Wenn Sie
lieber anonym bleiben möchten,
können Sie Cookies über die
Sicherheitseinstellungen in
Ihrem Browser deaktivieren. 44 Internet E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Angriffe auf Webserver Die Gefahr aus dem Internet
besteht nicht nur für den End-User.
Einige Hacker greifen sogar
Webserver an, um deren Webseiten
für den Zugriff zu sperren. Eine häufige Form eines solchen
Angriffs ist, derart viele Anfragen an
einen Webserver zu senden, dass er
extrem langsam arbeitet oder völlig
abstürzt. Die Anwender können dann
nicht mehr auf die Website, die auf
dem Server liegt, zugreifen. CGI (Common Gateway Interface)- Skripte sind ein weiterer Schwach-
punkt. Diese Skripte laufen auf
Webservern, um u. a. Suchmaschinen
zu unterstützen und Eingaben in Formularen zu verarbeiten.
Hacker nutzen die häufig schlecht implementierten CGI-
Skripte aus, um die Kontrolle über einen Server zu über-
nehmen. 45 Internet E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Sicherheit im Internet Um das Internet sicher zu benutzen, sollten Sie die
folgenden Ratschläge befolgen: Getrenntes Netzwerk für Internet-PCs Trennen Sie die PCs, die an das Internet angeschlossen
sind, vom übrigen Netzwerk. So reduzieren Sie das Risiko,
dass infizierte Dateien heruntergeladen werden und sich
Viren in Ihrem Hauptnetzwerk ausbreiten können. Firewall und/oder Router Mit Hilfe einer Firewall gelangen nur freigegebene Daten in
Ihr Unternehmen. Ein Router steuert den Weg, den
Datenpakete aus dem Internet innerhalb Ihres
Unternehmens nehmen. Konfiguration Ihres Internet-Browsers Deaktivieren Sie Java- oder ActiveX-Applets, Cookies usw.
oder lassen Sie sich warnen, wenn solche Codes verwendet
werden. Gehen Sie z. B. im Microsoft Internet Explorer auf
Extras|Internetoptionen|Sicherheit|Stufe anpassen
und wählen Sie die gewünschten Sicherheitsein-
stellungen aus. 46 47 Mobiltelefone und Palmtops E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Mobiltelefone und
Palmtops Schon heute haben die meisten
Menschen von ihrem PC aus
Zugang zum Internet. Bald
werden wir auch mit Hilfe
unserer Handys auf das
Internet zugreifen können.
Mit den neuesten Mobil-
telefonen kann man bereits
auf internetähnliche Seiten und Dienste
zugreifen, und dies ist erst der Anfang in der
Entwicklung solcher Geräte. Je einfacher es
allerdings wird, Daten auf mobile Geräte zu
übertragen, desto größer wird auch das
Sicherheitsrisiko. Mobiltelefone und Palmtops 48 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es ? entgegen allen Behauptungen in den Medien ? keine Viren, die Mobiltelefone infizieren
können. Allerdings gab es Viren, die Nachrichten
an Telefone gesendet haben. Der Wurm
VBS/Timo-A verbreitet sich beispiels-
weise per E-Mail und sendet über das
Modem Textnachrichten (SMS) an bestimmte
Nummern von Mobiltelefonen. Der berühmt-
berüchtigte Loveletter-Virus konnte ebenfalls Text
an Faxgeräte und Mobiltelefone weiterleiten. Diese
Viren sind jedoch nicht in der Lage, ein Mobil-
telefon zu infizieren. Mit zukünftigen, raffinierteren Modellen kann sich dies allerdings sehr schnell ändern. Daten auf
mobilen Geräten
Mobile Geräte bieten auf
keinen Fall dieselbe Sicherheit
für Daten wie ein PC: s Sie können verloren gehen oder gestohlen
werden. s Unterbrechungen in der Stromzufuhr können zu
Datenverlust führen. s Daten werden nicht gesichert. Mobile Geräte werden immer
komplexer und somit auch
anfälliger für Viren und
Hacker. Gibt es Viren auch auf
Mobiltelefonen?
49 Mobiltelefone und Palmtops E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren WAP-Telefone und Viren WAP (Wireless Application Protocol) taucht immer häufiger als
Stichwort im Zusammenhang mit Viren auf Mobiltelefonen auf. WAP bietet internetähnliche Informationen und
Dienste für Mobiltelefone und Organiser. Es basiert
auf dem gleichen Modell wie die Web-Kommu-
nikation, d. h., ein zentraler Server liefert den Code,
der von einem Browser auf Ihrem Telefon ausge-
führt wird. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die
Verbreitungsmöglichkeiten für Viren auf diesem
Weg noch stark eingeschränkt. So kann ein Virus zwar den Server an sich infizieren, allerdings sind die Chancen, dass er sich
verbreitet oder dass Anwender davon betroffen
werden, minimal. Erstens gibt es in einem WAP-System keinen Ort, an dem sich ein Virus kopieren bzw. aufhalten
könnte, denn im Gegensatz zum PC sind auf einem
WAP-Telefon keine Anwendungen gespeichert. Das
Telefon lädt nur den benötigten Code herunter,
wobei keine Kopie abgelegt wird, abgesehen von
temporären Kopien im Browser-Cache. Zweitens kann sich ein Virus noch nicht von Anwender zu Anwender übertragen, da zwischen
den Client-Telefonen keine netzwerkähnliche
Verbindung besteht. Allerdings könnte ein „Virus“ rein theoretisch Links zu WAP-Seiten versenden, auf denen An-
wender dazu verleitet werden, gefährliche Anwen-
dungen zu starten. Hierbei wird der Virencode
aber immer noch von einem Server aus gestartet. Schlagwörter WAP „Wireless Application
Protocol“
WML „Wireless Markup
Language“
WML- Programmiersprache, Skript ähnlich JavaScript Cards Seiten in WML Deck Gruppe zusammen-
hängender Seiten, die
ohne weitere Down-
loads für einen WAP-
Browser zur Verfügung
stehen
Mobiltelefone und Palmtops 50 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren WAP und die
möglichen Gefahren
WAP verwendet eine Version von HTTP
(dem Protokoll für Seiten im World Wide
Web), die durchaus komplexere Inhalte
übertragen kann, als WAP-Browser im
Moment verarbeiten können. Zukünftige
Generationen von Browsern sind
wahrscheinlich in der Lage, Dateien sowie
Dokumente, die Makroviren enthalten
können, herunterzuladen. Mit der WAP-Technik wird der Server in
naher Zukunft in der Lage sein, Inhalte auf
Mobiltelefone zu übertragen. Mit der „Push-
Technologie“ kann der Anwender benach-
richtigt werden, wenn Informationen
(z. B. Börsendaten oder Sportergebnisse)
aktualisiert werden oder neue E-Mails
angekommen sind. Daten können aber auch
automatisch in den Cache geladen werden.
Viren können damit dieses System ausnutzen,
um sich selbst zu verbreiten. Es gibt aber noch weitere potentielle Probleme. Heimtückische WAP-Seiten können
sich als nützliche Dienste tarnen. Später
können sie z. B. den Browser zum Absturz
bringen oder den ganzen Speicher belegen. Schlagwörter XML „eXtensible Markup
Language“, empfohlene
Sprache zum Gebrauch
für das Internet
WTLS „Wireless Transport
Layer Security“,
Verschlüsselungs-
methode in Netzwerken
von Mobiltelefonen
51 Mobiltelefone und Palmtops E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Betriebssysteme mobiler Geräte Palmtops und Persönliche Digitale Assistenten (PDAs) werden in naher
Zukunft mit aller Wahrscheinlichkeit ebenfalls neue Angriffsflächen für
Viren bieten. Auf Palmtops und PDAs laufen speziell
geschriebene oder speziell zugeschnittene
Betriebssysteme ? z. B. EPOC, PalmOS und PocketPC (ehemals Windows CE). Mit diesen
Systemen können möglicherweise Versionen
von üblichen Desktop-Anwendungen
verwendet werden, so dass sie ebenso wie
Desktop-Computer anfällig für Virencodes
werden. Bereits Anfang 2001 gab es Viren, die
das Palm-Betriebssystem angegriffen haben. Palmtops werden regelmäßig an PCs zu Hause oder im Büro angeschlossen, um die
Daten zwischen zwei Rechnern zu
synchronisieren (z. B. Daten im Adressbuch
oder Kalender). Während solcher Daten-
synchronisationen können sich Viren ganz
einfach ausbreiten. Es ist heute schwer zu sagen, was erfolg- reicher sein wird: mobile Computer oder
raffinierte Mobiltelefone. Die Sicherheits-
risiken werden auf jeden Fall zunehmen, da
die Kommunikationsfähigkeiten von mobilen
Computern stetig verbessert werden. Schlagwörter EPOC Betriebssystem für
Palmtops
PDA Persönlicher Digitaler
Assistent
PalmOS Betriebssystem für Palm-
Computer
PocketPC Betriebssystem von
Microsoft für Palmtops,
ehemals Windows CE
UPNP Universal Plug and Play,
System von Microsoft,
um Mobiltelefone mit
anderen Geräten zu
verbinden
Mobiltelefone und Palmtops 52 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Viren im Kühlschrank? Geräte werden in Zukunft immer mehr miteinander über
Infrarot-Datenübertragung und Niederfrequenzfunk
kommunizieren, was eine Vielzahl neuer Sicherheits-
risiken nach sich zieht. Bluetooth ist ein Standard für die Daten-
kommunikation per Niederfrequenzfunk über
kleinere Distanzen, wie z. B. 10 Meter. Computer,
Mobiltelefone, Faxgeräte und sogar Haushalts-
geräte, wie Videorekorder oder Kühlschränke,
können mit Hilfe von Bluetooth herausfinden,
welche Dienste die Geräte in der Nähe anbieten,
und transparent Verbindungen zu ihnen
aufbauen. Es gibt bereits Software, die das Prinzip von Bluetooth ausnutzt. Mit Hilfe der Jini-
Technologie von der Firma Sun beispielsweise
können Geräte Verbindungen zueinander
aufbauen, Java-Code automatisch austauschen
und Dienste fernbedienen. Ein Risiko besteht
dann, wenn ein unbefugter Anwender oder
Schaden verursachender Code mit Hilfe von
Bluetooth diese Dienste stört. Bluetooth und Jini wurden so entwickelt, dass nur ein sicherer Code aus bekannten Quellen
sensible Vorgänge ausführen kann. Dadurch ist
eine Virenattacke relativ unwahrscheinlich; hat
jedoch ein Virus die Sicherheitsbarrieren erst
einmal überwunden, ist seine Verbreitung kaum
noch aufzuhalten. Schlagwörter 3G Mobiltelefon-
Technologie der
„Dritten Generation“
Bluetooth Datenübertragung per
Funk über kleine
Distanzen
Jini Technologie, mit der
verschiedene Geräte
Java-Code austauschen
können
MExE „Mobile station
application Execution
Environment“,
möglicher Nachfolger
von WAP, mit dem
Service-Provider den
Javacode auf ein
Telefon herunterladen
können
53 Mobiltelefone und Palmtops E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Sicherheit für mobile Geräte Mit der rasanten Entwicklung auf dem Gebiet der Technologie für
Mobiltelefone und PDAs müssen natürlich auch die Sicherheits-
standards mithalten. Eine der Hauptfragen dabei ist, wo
Antiviren-Schutzmaßnahmen am effektivsten eingesetzt werden. Überprüfung am Gateway oder während der Übertragung In naher Zukunft wird der beste Schutz für mobile Geräte die Viren-
überprüfung während der Datenübertragung sein. Bei Mobiltelefonen
installiert man einen Virenschutz am besten am WAP-Gateway.
Sämtliche Kommunikation geht unverschlüsselt durch diesen
Gateway, so dass sich hier eine ideale Möglichkeit für
Virenüberprüfungen bietet. Palmtops werden am besten während der Datensynchronisation mit einem PC auf Viren
überprüft. Auf dem PC selbst ist der größte Teil der
Software für die Virenüberprüfung installiert, so dass
die geringe Leistung und der kleine Speicher eines
Palmtops keine Rolle spielen. Virenüberprüfung auf mobilen Geräten Da mobile Geräte immer stärker vernetzt werden, wird es sehr schwer,
den Datentransfer von einem zentralen Punkt aus zu kontrollieren. Um
dieses Problem zu lösen, muss auf jedem Gerät Antiviren-Software
installiert werden. Dies ist natürlich erst dann möglich, wenn mobile
Geräte über die nötige Leistung und Speicherkapazität verfügen. 54 55 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Viren? ? Kein Problem! Viren? ? Kein Problem! Neben dem Einsatz von Antiviren-
Software gibt es noch eine Reihe weiterer Möglichkeiten, wie Sie sich und Ihr Unternehmen
vor Viren schützen können. Hier finden Sie die zehn nützlichsten Tipps für sicheres Arbeiten am Computer. 56 Viren? ? Kein Problem! E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren So haben Viren keine Chance Keine Dokumente in DOC- und XLS-Format Speichern Sie Ihre Word-Dokumente als RTF (Rich Text Format)- und
Ihre Excel-Tabellen als CSV (Comma Separated Values)-Dateien.
Diese Formate unterstützen keine Makros, d. h., sie können auch keine
Makroviren, einen der häufigsten Virentypen, übertragen. Bitten Sie
andere, Ihnen nur RTF- oder CSV-Dateien zu senden. Seien Sie aber
dennoch vorsichtig! Manche Makroviren unterwandern den Befehl
Datei|Speichern unter|RTF und zeigen die Datei zwar mit der Erweiterung RTF an, speichern sie in Wirklichkeit aber in DOC-
Format. Wenn Sie hundertprozentig sicher sein möchten, verwenden
Sie reine Textdateien. Vorsicht bei nicht angeforderten Attachments Führen Sie keine Programme oder Dokumente aus, die Sie nicht
persönlich angefordert haben. Wenn Sie nicht absolut sicher sind, dass
ein Attachment virenfrei ist, sollten Sie immer davon ausgehen, dass
es infiziert ist. Erklären Sie Ihren Kollegen, warum sie auf keinen Fall
nicht-freigegebene Programme oder Dokumente ? auch Bildschirm- schoner oder Spaß-Programme ? aus dem Internet herunterladen sollen. Hilfreich können Richtlinien sein, die besagen, dass alle
Programme von einem IT-Manager freigegeben und auf Viren
überprüft werden müssen, bevor sie benutzt werden. Virenwarnungen an einen Verantwortlichen weiterleiten Hoaxes stellen ein ebenso großes Problem dar wie Viren selbst.
Erklären Sie Ihren Kollegen, dass es wenig Sinn macht, Viren-
warnungen an sämtliche Einträge im Adressbuch weiterzuleiten.
Legen Sie in einer Firmenrichtlinie fest, dass alle Warnungen nur an
eine bestimmte Person oder Abteilung weitergeleitet werden sollen. 57 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Viren? ? Kein Problem! So haben Viren keine Chance Windows Scripting Host deaktivieren Wenn Sie Windows Scripting Host (WSH) nicht unbedingt
benötigen, sollten Sie es deaktivieren. WSH automatisiert unter
Windows bestimmte Vorgänge und gibt so E-Mail-Viren wie
Loveletter oder Kakworm Gelegenheit, sich zu verbreiten. Im
Bereich FAQ unter www.sophos.com/support/faqs/wsh.html finden Sie eine Anleitung, wie WSH deaktiviert wird. Informieren Sie sich Informieren Sie sich regelmäßig über sicherheitsrelevante Themen,
und laden Sie sich Patches zum Schutz vor neuen Viren herunter.
Siehe auch Kapitel „Interessante Links“ . Unerwünschte Dateitypen am Gateway stoppen Viele Viren verwenden VBS (Visual Basic Script)- und SHS
(Windows Scrap Objekt)-Dateien für ihre Verbreitung. Da es relativ
unwahrscheinlich ist, dass Ihnen solche Dateien extern zugesandt
werden, können Sie diese Dateitypen bereits am E-Mail-Gateway
zurückhalten. Bootsequenz ändern Die meisten Computer versuchen zunächst, von Diskette
(Laufwerk :A) zu booten. Die IT-Abteilung in Ihrem Unternehmen
sollte die CMOS-Einstellungen auf allen Computern so ändern,
dass standardmäßig von der Festplatte gebootet wird. Wenn dann
eine infizierte Diskette versehentlich im Computer gelassen wird,
kann der Rechner nicht mit einem Bootsektorvirus infiziert
werden. Wenn Sie trotzdem einmal von Diskette booten müssen,
können Sie diese Einstellungen jederzeit zurücksetzen. 58 Viren? ? Kein Problem! E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren So haben Viren keine Chance Schreibgeschützte Disketten Verwenden Sie für Disketten den Schreibschutz, bevor sie
diese an andere Anwender weitergeben. Eine schreib-
geschützte Diskette kann nicht infiziert werden. E-Mail-Benachrichtigungsservice Ein E-Mail-Benachrichtigungsservice informiert Sie über
neue Viren und stellt Virenkennungen zur Verfügung, mit
denen Ihre Antiviren-Software alle neuen Viren erkennen
kann. Sophos bietet einen solchen Service kostenlos unter www.sophos.com/virusinfo/notifications an. Regelmäßige Backups Wenn Sie regelmäßig Backups Ihrer Daten erstellen, können
Sie nach einer Virusinfektion alle verloren gegangenen
Daten und Programme ohne Probleme ersetzen. 59 E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Interessante Links Interessante Links Auf den folgenden Websites finden Sie
weitere Informationen: Vireninformation www.sophos.com/virusinfo/analyses Hoaxes und Virenwarnungen www.sophos.com/virusinfo/hoaxes www.vmyths.com Automatische Benachrichtigung über neue Viren www.sophos.com/virusinfo/notifications Microsoft Security Bulletins www.microsoft.com/security Netscape Security Center home.netscape.com/security Java Sicherheitsinformationen java.sun.com/security The WildList Organization www.wildlist.org Virus Bulletin www.virusbtn.com 60 61 Glossar E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Glossar 62 Glossar E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren ActiveX: Microsoft-Technologie zum Erweitern der Kapazitäten
eines Webbrowsers. Applet: Kleine Anwendung. Meist im Zusammenhang mit
Java-Applets (siehe Java ). Arbeitsplatzrechner: Einzelcomputer, häufig an ein Netzwerk angeschlossen. ASCII: American Standard Code for Information Interchange.
Standardsystem für die Darstellung von Buchstaben
und Symbolen. Attachment: Dokumente, Tabellen, Grafiken, Programme oder
andere Dateien, die an eine E-Mail-Nachricht
angehängt werden. Backdoor: Illegale Methode, das normale Zugriffskontrollsystem
eines Computers zu umgehen. Siehe auch Backdoor-
Trojaner. Backdoor-Trojaner: Trojanisches Pferd (siehe Trojanisches Pferd ), das Anwendern unbefugten Fernzugriff und Fern-
kontrolle über einen Computer gibt. Backup: Kopie von Computerdaten zum Wiederherstellen von
verloren gegangenen, verlegten, beschädigten oder
gelöschten Daten. Begleitvirus: Virus, der ausnutzt, dass das Betriebssystem bei zwei
Programmen mit gleichem Namen über die Datei-
erweiterungen entscheidet, welches Programm
gestartet wird. DOS-Computer beispielsweise starten
eine .com-Datei vor einer .exe-Datei. Der Virus
erzeugt eine .com-Datei mit Virencode und gibt ihr
den Namen einer bereits bestehenden .exe-Datei. Betriebssystem: Programm, das die Hardware-Ressourcen eines
Computers steuert und grundlegende Funktionen
ausführt, wie das Erstellen von Dateilisten und das
Starten von Programmen. 63 Glossar E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren BIOS: Basic Input Output System. Die niedrigste Stufe von
Software; ist direkt mit der Hardware verbunden. Booten: Erster Prozess nach dem Einschalten eines Computers,
bei dem das Betriebssystem von der Festplatte geladen
wird. Bootsektor: Der Teil des Betriebssystems, der nach dem Ein-
schalten eines PCs zuerst in den Speicher gelesen wird.
Das Programm auf dem Bootsektor wird dann ausge-
führt, wobei der Rest des Betriebssystems geladen
wird. Bootsektorvirus: Virus, der den Bootvorgang unterwandert. CGI: Common Gateway Interface. Mechanismus, mit dem
ein Webserver Programme oder Skripte ausführen
kann und die Ausgaben an den Webbrowser des
Anwenders schickt. Cookie: Kleines Datenpaket, das Informationen über den
Computer eines Anwenders speichert. Cookies werden
üblicherweise benutzt, um Besuche auf Webseiten
aufzuzeichnen und Informationen über die Besucher
zu speichern. CSV: Comma Separated Values. Dateiformat, in dem Werte
(z. B. in einer Excel-Tabelle) durch Kommas getrennt
angezeigt werden. Das Format unterstützt keine
Makros, so dass es keine Makroviren übertragen
kann. Dateivirus: Siehe Programmvirus . Digitale Signatur: Methode, mit der sichergestellt wird, dass eine
Nachricht nicht verändert wurde und dass sie
tatsächlich vom angegebenen Sender stammt. Diskette: Austauschbare magnetische Platte zum Speichern von
Daten. 64 Glossar E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren DOS-Bootsektor: Bootsektor, der DOS in den PC-RAM lädt. Häufiger
Angriffspunkt für Bootsektorviren. Download: Datenübertragung von einem Computer (meist ein
Server) auf einen anderen Computer. Festplatte: Versiegelte magnetische Platte in einem Computer,
auf der Daten gespeichert werden. Fileserver: Computer, auf dem zentral Daten und oftmals
Dienste für die Arbeitsplatzrechner im Netzwerk
gespeichert werden. Firewall: Sicherheitssystem zwischen dem Internet und dem
Netzwerk eines Unternehmens, das nur frei-
gegebenen Netzwerkverkehr durchlässt. FTP: File Transfer Protocol. System, mit dem sich Internet-
anwender mit Websites verbinden und Dateien
dorthin laden oder von dort herunterladen können. Gateway: Computer, der entweder zur Datenübertragung dient
(d. h. ein E-Mail-Gateway, der sämtliche E-Mails
verarbeitet, die in ein Unternehmen gelangen) oder
Daten von einem Protokoll zu einem anderen
konvertiert. Hacker: Computeranwender, der versucht, unbefugt auf die
Computersysteme anderer Anwender zuzugreifen. Heimlicher Virus: Virus, der sich vor dem Computeranwender und
Antiviren-Programmen verborgen hält, indem er
Unterbrechungsdienste überlistet. Heuristischer Scanner: Programm, das Viren mit Hilfe von allgemeinen
Mustern für Viren und deren Verhalten erkennt. Hoax: Meldung über einen nichtexistenten Virus. HTML: Hypertext Markup Language. Format für die meisten
Dokumente im Internet. 65 Glossar E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren HTTP: Hypertext Transfer Protocol. Protokoll, das Webserver
verwenden, um Dokumente für Webbrowser zur
Verfügung zu stellen. Hypertext: Computerlesbarer Text zum umfangreichen
Verknüpfen von Dateien. Internet: Netzwerk aus verschiedenen, miteinander verbun-
denen Netzwerken. Das Internet ist das weitaus größte
dieser Netzwerke. Java: Plattformunabhängige Programmiersprache für das
Internet, entwickelt von Sun Microsystems. Java-
Programme sind entweder Anwendungen oder Applets
(kleine Anwendungen). Java-Anwendung: Java-basiertes Programm mit vollen Funktionen, z. B.
Speicherung von Dateien auf Diskette. Java-Applet: Kleine Anwendung für Effekte auf Websites. Applets
werden vom Webbrowser in einer sicheren Umgebung
(siehe Sandbox ) ausgeführt und können keine Änderungen auf Ihrem System vornehmen. Kennwort: Zeichenkette, die Zugriff auf ein System gibt. Laptop: Tragbarer Computer, mit dem überall bequem
gearbeitet werden kann. Linkvirus: Virus, der Verzeichniseinträge unterminiert, so dass
sie zum Virencode verweisen und diesen ausführen. Makro: Anweisungen in einer Datei, die Programmbefehle
automatisch ausführen, z. B. Dateien öffnen und
schließen. Makrovirus: Virus, der mit Hilfe von Makros in Dateien aktiv wird
und sich selbst an andere Dateien anhängt. Masterbootsektor: Der erste physische Sektor auf der Festplatte, der beim
Bootvorgang geladen und ausgeführt wird. Der
kritischste Teil des Startcodes. 66 Glossar E-Mail Internet Handy & PDA Sicherheit Mehr Info Viren Mehrteiliger Virus: Virus, der sowohl Bootsektoren als auch Programm-
dateien infiziert. Modem: MOdulator-DEModulator. Konvertiert Computerdaten
in eine Form, in der sie per Telefon, Funk oder Satellit
übertragen werden können. Notebook: Computer, der noch kleiner als ein Laptop ist. Palmtop: Computer, der aufgrund seiner Größe in einer Hand
gehalten werden kann. PC: Personal Computer. Desktop-Computer oder tragbarer
Einzelarbeitsplatzrechner. PDA: Persönlicher Digitaler Assistent. Kleiner, mobiler
Computer zur Datenverwaltung von Adressbüchern
und Kalendern. Polymorpher Virus: Virus, der sich selbst verändert. Der Virus verändert
seinen Code stetig und ist daher nur schwer zu
entdecken. Programm: Folge von Anweisungen für Aktionen, die ein
Computer ausführen soll. Programmvirus: Computervirus, der sich selbst an ein Computer-
programm hängt und gemeinsam mit dem Programm
gestartet wird. Proxyserver: Server, der Anfragen an das Internet über einen
anderen Rechner leitet. Dieser Rechner befindet sich
zwischen einem Unternehmen und dem Internet und
wird zu Sicherheitszwecken verwendet. Prüfsumme: Berechneter Wert von Datenobjekten, mit dem fest-
gestellt werden kann, ob Daten verändert wurden. 67 Glossar E-Mail Internet Handy & PDA
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